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Seit diesem Jahr ist Marne offiziell Braustandort. Im Historischen Brauverzeichnis Deutschland ist Martin Henning Dibbern als Betreiber einer Braunbierbrauerei eingetragen.
Martin Henning Dibbern betreibt laut Chronik der Stadt eine größere Brauerei und Brennerei. Ausgeschenkt wird ein sogenanntes Erntebier – ein dunkles süffiges Braunbier, das mit obergäriger Hefe vergoren wird. Übrigens: Dibbern gehört 1821 auch zu den Gründern der Spar- und Leihkasse, der heutigen Sparkasse Westholstein.
Martin Henning Dibberns Sohn Johann Martin Dibbern übernimmt die Brauerei. Er ist Kirchspielschreiber und muss deshalb seinen Gast- und Schankwirtschaftsbetrieb aufgeben. 1894 wird er zum ersten Ehrenbürger der Stadt ernannt.
Jacob Friedrich Dibbern, der Sohn von Johann Martin, leitet die Brauerei. Er gehört zu den Gründern des Skatclubs. Als er 1884 im Alter von 32 Jahren stirbt, verkauft seine Witwe, eine geborene Hintz, das Unternehmen an ihren Bruder, den Landwirt Hinrich Christian Hintz aus Neufelderkoog.
Hinrich Christian Hintz übernimmt die Brauerei und verkauft seinen Hof. Bis Ende des 19. Jahrhunderts braut er weiter im Stall. Aus dieser Zeit stammen die ersten zwei Fotos.
Als Karl Christian Hintz den Betrieb von seinem Vater übernimmt, beginnen weitreichende Veränderungen. Er will das Brauerhandwerk von der Pike auf lernen und lässt sich in Kiel zum Braumeister ausbilden. Anschließend gibt er die Landwirtschaft auf und lässt das alte Bauernhaus abreißen, um 1904 am selben Ort das heutige Stammhaus der Familie Hintz zu bauen – mit einer Gaststätte im vorderen Bereich, wie es sie schon zu Dibberns Zeiten gab.
Karl Christian Hintz verwirklicht seinen Traum und errichtet eine für die damaligen Verhältnisse moderne Lagerbierbrauerei. Zusätzlich entsteht hinter dem Wohnhaus eine eigene Schnapsbrennerei. Bis dahin wurde der Schnaps im Keller destilliert, abgefüllt und etikettiert – dem heutigen Karlskeller. Die Lagerbierbrauerei ist auch die Geburtsstunde des Dithmarscher Pilseners.
Während des Ersten Weltkriegs werden Karl Christian Hintz und alle Brauereimitarbeiter eingezogen. Der Brauereibetrieb steht still. Es gab kein Malz. Stattdessen füllen in Marne Kriegsgefangene Sauerkraut ab.
Bis es in der Brauerei die erste Eismaschine gab, wurde das Eis im Winter aus dem eigenen Teich aus dem Hinzpark oder von den nahegelegenen Feldern rund um Marne geholt. Wenn das Natureis nicht ausreichte, wurden sogar Anzeigen geschaltet.
Mitte der 20er Jahre wurde eine Maschine angeschafft, die Stangeneis produzierte. Bierkutscher Dirk Karstens belieferte bis 1945 die naheliegenden Gaststätten mit Pferd und Wagen. Von Neufeld über die Köge bis Barlt.
Fassreinigung und Abfüllung mit einem Revolverfüller, auch Isobarometer genannt.
Um 1930 entstand dieses Bild aus dem Sudhaus mit dem damaligen Braumeister Erwin Seidel.
Der Motorenraum von 1930.
Biersieder August Thode an der Dampfmaschine.
Hinrich Hintz übernimmt die Brauerei. Im Zweiten Weltkrieg dient der Schnapskeller als Luftschutzbunker. Nach Kriegsende modernisiert Hinrich Hintz die Brauerei und weitet das Absatzgebiet aus. Bis 1990 wird in der Brauerei auch Brause hergestellt und abgefüllt. Als Hinrich Hintz die Brauerei übernahm, war eine seiner ersten Maßnahmen der Bau einer neuen Kühlanlage, verbunden mit einer Eisfabrik, die leistungsfähig genug war, nicht nur Gaststätten, sondern auch die heimische Fischindustrie mit Eis zu versorgen.
Aus dem Gärkeller kam das Bier in die Tanks im Drucktankkeller, die 70 hl fassten.
Im Bierkeller wurde von 1945-1988 offen gegärt.
Die Isebrand-Brennerei wird gebaut. Die Brennrechte werden 1995 verkauft. Die bekannteste Marke, der „Wattenläuper“, wird heute in Lizenz hergestellt, schmeckt aber noch genauso gut wie der ursprünglich in Marne gebrannte.
Unsere Flaschenabfüllanlage bis sie im Jahr 1987 erweitert wurde.
Es war ein bedeutender Tag in der Geschichte der Brauerei Hintz, als die Diplome eintrafen, die ihr bei einem Wettbewerb in Gent im Zusammenhang mit der Brüsseler Weltausstellung zuerkannt worden waren. Das Dithmarscher Pils erhielt den Preis „Prix d’Excellence“ für Fassbier sowie die Auszeichnung „Premier Prix“ für Flaschenbier. Brauereien aus aller Welt beteiligten sich an dem Wettbewerb. Ein Ergebnis, auf das die Brauerei Hintz sehr stolz sein kann, denn eindrucksvoller ließ sich die Qualität ihres Bieres kaum bestätigen.
Unser Fuhrpark
Brauereibesichtigungen gab es schon 1967.
Die Leergutstapellhalle. Deutlich zu erkennen: Damals wurden für die Flaschen noch Holzkisten
verwendet.
Nach dem Tod von Hinrich Hintz übernehmen die Söhne Wolf-Dieter und Karl-Friedrich die Geschäftsführung der Brauerei. Sie müssen Millionen investieren, um das Unternehmen zu modernisieren.
Für das Dithmarscher Pilsener wird die Beugelbuddel mit Bügelverschluss eingeführt. Dadurch steigt der Absatz innerhalb von fünf Jahren um mehr als das Siebenfache. Die Fans der Brauerei lieben die Bügelflasche.
Werbewirksames Schaufenster nach Einführung der Bügelflasche.
Das Schlottmann-Haus wird abgerissen und eine neue Halle für eine moderne Flaschenabfüllanlage
gebaut. Der Hintz-Park wird der Öffentlichkeit übergeben.
April
Die „größte Waschmaschine Dithmarschens“ wird mit zwei Kränen in die Halle an der Feldstraße
gehoben. Die neue Flaschenwaschmaschine kann pro Stunde 24.000 Bügelflaschen reinigen, die alte
schaffte nur bis zu 6000 Flaschen. Gebaut wurde die neue, 40 Tonnen schwere, zehn Meter lange,
5,10 Meter breite und 3,20 Meter hohe Anlage in Flensburg. Sie reinigt aber nicht nur die
Beugelbuddeln, sondern auch die Spirituosenflaschen. Eine zusätzliche Isolierung sorgt dafür, dass
Energie eingespart und keine Wärme abgegeben wurde. Leiser als die alte ist die neue Maschine
auch.
Januar
Wegen des steigenden Umsatzes muss die Kapazität erweitert werden: Im Lagerkeller werden acht
Edelstahltanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 160 Hektoliter Bier installiert. Und weil
sich das Pilsener in der Beugelbuddel immer größerer Beliebtheit erfreut – nicht nur in Darmstadt,
Kassel, Hannover, innerhalb Schleswig-Holsteins sowieso und auch in Hamburg – schafft die
Brauerei einen neuen Lastzug mit Anhänger an, der in Wyk auf Föhr stationiert wird und das Bier
auf den nordfriesischen Inseln ausliefert.
November
Ein großer Tank für die Warmwasserreserve wird durch ein Loch in der Gebäudewand gehoben.
Notwendig ist diese Investition, weil der Umsatz gestiegen ist und deshalb mehr Warmwasser
benötigt wird.
Die Brüder Wolf-Dieter und Karl-Friedrich Hintz geben die Geschäftsführung an Dr. Rolf Eberhardt Müller ab, bleiben aber Gesellschafter. Müller gelingt es bis 1998, das wegen der Investitionen in eine schwierige Lage geratene Unternehmen wieder in ruhigere Fahrwasser zu führen.
Aus der Brauerei Karl Hintz Isebrand Brennerei GmbH & Co. KG wird die Dithmarscher Brauerei Karl Hintz GmbH & Co. KG. Das Unternehmen investiert in neue Braukessel, die Erneuerung des Sudwerkes, eine Palettierungsanlage, einen neuen Flaschenfüller und in die Sanierung der Produktionsgebäude.
Christoph Steding wird neuer Geschäftsführer. Während seiner bis 2007 währenden Tätigkeit gelingt der Brauerei die volle Kehrtwende zum Positiven. Das Unternehmen und die Marke Dithmarscher konzentrieren sich auf die Region und gewinnen dadurch an Akzeptanz im Markt. Durch die Konsolidierung kann fortlaufend und richtungsweisend für die Zukunft in den Standort und in die Technik investiert werden.
Ein Roboter übernimmt die Arbeit von bisher fünf Mitarbeitern und stapelt eine Tonne Bierkästen pro Stunde auf Paletten.
Ein neuer Bügelverschließer verhindert jetzt kleinste Undichtigkeiten. Er schafft 23.000 Flaschen pro Stunde.
In die Produktionshalle wird ein neuer, 20.000 Liter fassender, Edelstahltank durch das geöffnete Dach gehoben. Darin wird die Würze als Vorstufe des Biers in Drehbewegung gesetzt, damit sich die natürlichen Trübstoffe absetzen. Der neue Behälter ersetzt den alten, der seit 1966 in Betrieb und mittlerweile reparaturbedürftig war.
Drei alte und marode Heizwasserkessel, der älteste von 1906, werden gegen einen neuen ausgetauscht. In ihn passen 62.500 Liter Wasser. Der Kessel dient als Zwischenspeicher für erhitztes Wasser, das zum Einbrauen benötigt wird. Damit spart die Brauerei Wasser und Energie, denn die alten Kessel mussten zum Wochenende abgelassen und das Wasser montags wieder aufgeheizt werden.
Fünf neue und 17 Meter hohe Gärtanks und einem Fassungsvermögen von jeweils 11.000 Hektolitern werden mittels Kränen auf die Fundamente gesetzt. So kann die Brauerei ihre Lagerkapazität verdoppeln. Die mehr als 20 alten Tanks, die in einem Gebäude auf der Rückseite des Unternehmens untergebracht waren, werden abmontiert, der frei gewordene Platz wird zum Voll- und Leergutlager.
Insgesamt investiert die Brauerei in diesem Jahr mehr als eine Million Euro – nicht nur in die neuen Tanks, sondern auch in ein neues Dach auf dem Verwaltungsgebäude, in die Sanierung des Hofes
und die Renovierung der Sozialräume. Auch das Dach des Sudhauses, das undicht war, wird erneuert. Obendrein werden 8000 Meter Kabel für die Automatisierung gezogen. Alkoholverbot herrscht während der Arbeit für die Mitarbeiter – das gilt bei den Investitionen auch für die Firmen. Geschäftsführer Christoph Steding lädt deshalb im Nachhinein zu einem Bier-Abend in den Karlskeller ein.
Ein neuer Leerflascheninspektor, vor dem Geschäftsführer Christoph Steding auf dem alten Zeitungsfoto steht, dient zur Qualitätssicherung und erkennt auch den kleinsten Haarriss im Leergut.
Nachfolger von Christoph Steding, der ein gesundes Unternehmen hinterlässt, wird Walter Schmidt. Er bleibt bis 2011. In diesen Jahren wird die alte Brennerei abgerissen, durch den freigewordenen Platz können drei weitere Gär- und Lagertanks auf dem Betriebshof aufgestellt werden.
Die Brauerei investiert in einen neuen Flaschenfüller und ersetzt so die 20 Jahre alte Anlage. Deren
Instandhaltungskosten waren einfach zu hoch. Der Vorteil der neuen Füllers: besserer Lärmschutz,
eine höhere Sicherheit, weniger Energie- und Wasserverbrauch und eine größere Kapazität.
Geliefert wird die Anlage in mehreren Teilen. Um sie einzubauen, muss eine Wand zum
Flaschenlager aufgerissen werden.
Die alte Kornbrennerei wird abgerissen, auf dem Gelände werden drei weitere Reifetanks aufgestellt, außerdem ein Trebersilo für die ausgelaugten Malzrückstände. Die Tanks werden im März geliefert und aufgestellt.
Ein Roboter übernimmt die Sortierung der Leergut-Paletten, um Fremdflaschen auszusortieren. Investiert wird auch in ein Schon-Koch-Verfahren mit einem Expansionsverdampfer. Der beim Kochen entstehende Dampf, der bisher ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben wurde, kann jetzt genutzt werden. So wird Energie gespart.
Norbert Lucks wird Geschäftsführer. In den Folgejahren gelingt es der Brauerei, sich entgegen dem allgemeinen Abwärtstrend der Branche dauerhaft positiv zu entwickeln. In Verbindung mit einer zunehmenden Diversität des Marktes und einer damit verbundenen und immer größer werdenden Sortenvielfalt stößt der Standort der Brauerei immer mehr an seine Grenzen im Stadtzentrum von Marne. Die ersten konkreten Planungen eines möglichen Standortumzuges beginnen.
Die gut fünf Jahre alte Verpackungsanlage für Sechserpacks wird ausgetauscht, weil die Nachfrage
nach diesen Gebinden gestiegen ist.
Im November werden ein zusätzliches Silo für 25 Tonnen Malz und ein Trebersilo installiert. Bis
Mitte 2012 werden außerdem alle Beugelbuddelflaschen ausgetauscht, die neuen werden mit
einem Aufdruck versehen. Das zusätzliche Malzsilo mit einem viel höheren Fassungsvermögen
entspannt es die Produktion, weil die Kapazität jetzt für eine Woche und nicht mehr nur für drei
Tage reicht. Das Bild zeigt das runde Trebersilo, dahinter in der Ecke das neue Malzsilo. Das wurde
Anfang 2012 in Betrieb genommen.
Die Bierkisten für die Bügelflaschen werden neu gestaltet. Die 180.000 neuen Kisten haben große Sichtfenster an den Seiten und unterscheiden sich so von den Standardkisten.
Die Coronapandemie macht der Branche und der Brauerei zu schaffen. In Folge behördlicher Maßnahmen werden so gut wie alle Events abgesagt. Auch die Gastronomie muss über längere Zeit schließen. Der gesamten Branche brechen wichtige Teile des Kerngeschäfts weg.
Die Coronapandemie ist noch nicht ausgestanden, und die Folgen – sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich – sind noch nicht abzusehen. Trotzdem wird das Gelände an der Meldorfer Straße für die Auslagerung der Abfüllung und des Leergutes vorbereitet.
Mit Beginn des neuen Jahres sind in der 5. Generation Christian Hintz, Jürgen Hintz und Philipp Hintz die Gesellschafter der Brauerei. Der Neubau des neuen Abfüll- und Logistikstandortes an der Meldorfer Straße beginnt.
Besonderes Highlight: Versorgt wird der neue Standort durch eine Pipeline, die unterirdisch quer durch Marne verläuft. Durch sie fließt ab Herbst das Bier. Dadurch wird die Innenstadt spürbar vom Lkw-Verkehr entlastet.
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Mit Beginn des Jubiläumsjahres ist das neue Abfüll- und Logistikzentrum der Brauerei vollumfänglich ans Netz gegangen. Die Brauerei ist startklar für eine neue Ära – und die erfolgreiche Fortsetzung einer einzigartigen Story!